Dienstag, 30. März 2010

presque fini wird zu Paula Immich


Seit 2004 betreibt Pauline Immich ihr Label presque fini. Sie präsentierte ihre Kollektionen in Paris und Amsterdam und gehört schon zu den alten Hasen der Berliner Modeszene.
Jetzt, 6 Jahre später, ist sie zu neuem Selbstbewusstsein gereift und präsentiert ihre Sommerkollektion 2010 erstmals unter ihrem neuen Brand PAULA IMMICH.
Feminin, ein Hauch casual und jedes Teil versehen mit einem extravaganten Detail, erste Eindrücke sehen Sie hier:

Parallelwelten


Düsseldorf, vergangenes Wochenende, Top Hair & Beauty Fachmesse. 8 1/2 Wochen ist unterwegs in Sachen Mode für Friseursalons und Pflegeprodukte. Haare und Anmut (wie Beauty auch zu übersetzen ist) haben ja durchaus einen Bezug zum Modezirkus. Also hin.

Wir lernen als Erstes, für Insider heisst die Friseuse Fritteuse und in Düsseldorf erfahren wir warum. Wobei Mikrowelle mitunter noch passender wäre, aber hier fehlt der Reim. Assymetrische Schnitte scheinen der Dauerbrenner der Branche zu sein kombiniert mit einem kräftigen Violett oder der Trendfarbe Steingrau, gern mit einer Hand Zementstaub verfeinert. Da dem Kunden dieses nicht zuzumuten ist, zeigen die Friseure selbst geballte Flagge.

"Haare und Frauen, das gehört einfach zusammen" philosophiert scharfsinnig der israelische Starfriseur SHUKI ZIKRI und meint damit scheinbar das genaue Gegenteil. Auf der Showbühne in Düsseldorf dezimiert, malträtiert, zerstört er bis dahin wunderbar lange Haare und anmutige Frauenköpfe. Als Höhepunkt seiner 3x mit jeweils neuem Opfer wiederholten Hütchenspieler-Performance zückt er zwei Föns zugleich mit einer Geste, die jeden Western-Revolverheld erblassen lassen würde. Wir lernen die Fachbegriffe Colour Blocking und Fokuhilisierung.


Nebenan die BEAUTY, der Fachmesse für Kosmetik, Nail-, Fuß- und Wellness-Profis. Beißender Lösungsmittelgeruch empfängt uns, anders klappt es aber nunmal nicht mit den künstlichen 5cm Fingernägeln im Osterdekor. 3D liegt auch hier ganz klar im Trend.
Auch hier wird schnell klar, Schönheit hat auf der Beauty 2010 nichts mit schön zu tun. Eher mit einem unstillbaren Experimentierbedürfnis mit dem Ziel, jegliche Spuren des ursprünglich gewachsenen Körpers zu tilgen. Forschergeist aus vergangenen Jahrhunderten verblasst neben den hier praktizierten extremen Grenzerfahrungen.


Wer von beängstigenden Parallelwelten in den türkischen und arabischen Neighborhoods von Neukölln warnt, sollte sich vorher in der Haar- und Beautyszene umschauen. Unser Fazit: ein Fall für den Innenminister.